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Gefährdung von Kindern durch Pornografie in der Europäischen Union

Anna Záborská und Luigi Morgano, beide Mitglied des Europäischen Parlaments, waren am Mittwoch, dem 8. Februar, gemeinsam mit der Föderation der katholischen Familienverbände in Europa (FAFCE) und der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) die Gastgeber einer Konferenz zum Thema "Die Gefährdung von Kindern durch Pornografie in der Europäischen Union". Ziel der Konferenz war es, das Bewusstsein für die Auswirkungen von Pornografie auf Kinder und die Gesellschaft in Europa zu schärfen und einen Dialog anzuregen, damit Vorkehrungen getroffen werden können.

 

Zu Beginn sprachen Frau Záborská und Herr Morgano ein paar einleitende Worte. Danach führten sie den Vorsitz bei zwei Podiumsdiskussionen, bei denen sich ihnen Heidi Als Ringheim von der dänischen "Porno & Gesellschaft", der Krankenhauspsychologe und Therapeut Dr. Emiliano Lambiase, Francesco Di Lillo von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und Maria Hildingsson von der FAFCE zugesellten. Alle Teilnehmer steuerten bemerkenswerte Erkenntnisse darüber bei, wie sich Pornografie auf die Gesellschaft auswirkt und welche psychologischen Folgen sie bei Kindern hat, die ihr ausgesetzt sind.

Frau Záborská zufolge ist das Thema im Europaparlament immer noch tabu und die öffentliche Debatte bleibt aus. "Wir müssen diese Frage offener ansprechen, insbesondere, was die Suchtgefahr betrifft."

Herr Morgano sprach darüber, wie wichtig die Mitwirkung der Allgemeinheit ist. "Die parlamentarische Aufarbeitung ist wichtig", sagte er, "aber es müssen sich auch einzelne Bürger und Organisationen und Kirchen beteiligen, sonst wird es nur für wenige ein Thema und nicht für viele."

Heidi Als Ringheim meinte: "Wir alle sind Menschen, und die meisten von uns können intuitiv Gut und Schlecht unterscheiden, aber so, wie Pornografie zur Norm gemacht wird, bringt sie eine gesamte Generation zu Fall. Wir müssen uns als verantwortungsbewusste Erwachsene zu Wort melden und der heranwachsenden Generation beibringen, gesunde von ungesunder Sexualität zu unterscheiden."

Dr. Lambiase berichtete über neueste Forschungsergebnisse: "Der Zugriff auf Pornografie und die Beschäftigung damit wirkt sich darauf aus, was Kinder und junge Leute über Sexualität denken. Die Folge sind unrealistische Erwartungen an die Sexualität, eine höhere Akzeptanz von Gelegenheitssex, der Glaube, dass Frauen Sexualobjekte seien, und größere Ungewissheit der Kinder und jungen Leute, welche Ansichten und Werte sie mit der Sexualität verbinden sollen." 

Herr Di Lillo, Leiter des EU-Büros der Kirche in Brüssel, machte das Publikum auf die Internetseite OvercomingPornography.org und weitere Hilfsmittel aufmerksam, die die Kirche ihren Führungsbeamten, aber auch Betroffenen und Familien anbietet, die mit Pornografie Probleme haben. Bei seinem Vortrag wies er auch auf das Video "Wie verhalte ich mich, wenn ich mit Pornografie in Berührung komme?" hin, das speziell Kindern zeigen soll, wie sie mit Pornografie umgehen sollen. "In diesem Video", so Di Lillo, "fordern Kinder andere Kinder dazu auf, Pornografie, unanständige Sachen oder sexualisierte Medien beim Namen zu nennen. Sie werden auch dazu angehalten, so etwas abzuschalten oder sich davon abzuwenden und mit ihren Eltern oder einem anderen Erwachsenen, dem sie vertrauen, darüber zu sprechen."

Frau Hildingsson erörterte den Zusammenhang zwischen Pornografie und sexueller Ausbeutung: "Es gibt einen Teufelskreis von Pornografie, sexueller Ausbeutung, Missbrauch und Menschenhandel. Eine Studie mit 854 Prostituierten in neun Ländern hat ergeben, dass fast die Hälfte während ihrer Tätigkeit gefilmt wurden, um pornografische Inhalte zu erzeugen. Man kann Pornografie nicht von dieser grausamen Realität trennen."

"Ungleich wichtiger als die Milliarden an Einnahmen, die diese Branche verzeichnet", sagte Herr Di Lillo gegen Ende seiner Ausführungen, "ist das Wohlergehen unserer Kinder, Ehemänner und -frauen und Familien, denn sie bilden das Grundgerüst unserer Gesellschaft. Sie müssen geschützt werden. Das hat Priorität."

Zum Schluss zitierte er eine von den Führern der Kirche ausgesprochene Aufforderung aus der Proklamation zur Familie:

"Wir rufen die verantwortungsbewussten Bürger und Regierungsvertreter in aller Welt auf, solche Maßnahmen zu fördern, die darauf ausgerichtet sind, die Familie als Grundeinheit der Gesellschaft zu bewahren und zu stärken."

Im Anschluss an die Podiumsdiskussionen fand eine offene Debatte statt, die sehr lebhaft geführt wurde und zu der die Zuhörer interessante Gesichtspunkte beitrugen. Klares Ergebnis der Veranstaltung war, dass noch viel zu tun ist, wenn Kinder nicht länger der Gefährdung durch Pornografie ausgetzt werden sollen.

Hinweis an Journalisten:Bitte verwenden Sie bei der Berichterstattung über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bei deren ersten Nennung den vollständigen Namen der Kirche. Weitere Informationen hierzu im Bereich Name der Kirche.

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