Die Gottesfürchtigen auf dieser Welt sollten an einem Strang ziehen – findet ein Apostel

Die Gottesfürchtigen auf dieser Welt sollten an einem Strang ziehen – findet ein Apostel

Pressemitteilung

Gegenüber Mike Schneider von Bloomberg Television sagte einer der führenden Vertreter der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage neulich, die Menschen aus allen Religionen sollten eigentlich wunderbar miteinander auskommen. Elder M. Russell Ballard, der dem Kollegium der Zwölf Apostel der Kirche angehört, räumte zwar ein, dass die Mormonen nicht in allen Punkten der Lehre mit anderen einer Meinung sind, dennoch aber müssten sich die Gottesfürchtigen auf der Welt zum Wohle der Menschheit zusammentun. "Wir alle sind Söhne und Töchter Gottes und sollten fähig sein zu sagen: Wir wollen an einem Strang ziehen und die wirklich gewaltigen gesellschaftlichen Probleme, die es wohl in jedem Land gibt, anpacken", sagte Elder Ballard.

Das Interview, das ursprünglich im vergangenen Monat bei Bloomberg Television ausgestrahlt wurde, wird diese Woche noch mehrmals bei BYU Television zu sehen sein.

Der Dialog zwischen den Religionen und überkonfessionelle Zusammenarbeit sind für die Mormonen nichts Neues. Trotz der Schwierigkeiten in den Anfangsjahren der Kirche, als ihre Führer Joseph Smith und Brigham Young sich genötigt sahen, wegen Missverständnissen und Verfolgung neue Gemeinden in Ohio, Missouri, Illinois und schließlich in den Bergen im Westen der Vereinigten Staaten zu gründen, gehen die Mormonen traditionell auf andere Menschen zu, was immer diese auch glauben mögen.

1879 wollte Pater Lawrence Scanlon, ein nach Utah entsandter katholischer Geistlicher, eine Versammlung seiner Gemeindemitglieder im Süden Utahs abhalten, hatte aber in der Gegend von St. George keinen Versammlungsraum zur Verfügung. Die Führer der örtlichen Mormonengemeinde boten ihm daraufhin ihr Tabernakel für eine katholische Messe an und beauftragten ihren eigenen Gemeindechor, die lateinischen Gesänge für den Gottesdienst einzustudieren. Als das Gebäude am vorgesehenen Tag nicht voll belegt war, setzten sich zur Unterstützung Mormonen auf die freien Plätze.

Mit dem Wachstum der Kirche von anfangs sechs Mitgliedern bei ihrer Gründung im Jahre 1830 auf heute über 13 Millionen Mitglieder sind auch ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten gestiegen, über die Grenzen der Mormonengemeinden hinaus Einfluss zu nehmen. Heute unterhält die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in aller Welt ein umfangreiches Netz für humanitäre und soziale Hilfe. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die zunehmende Anzahl von Partnerschaften mit internationalen Hilfswerken, die von anderen Glaubensgemeinschaften betrieben werden. Solche Arbeitsgemeinschaften zielen darauf ab, auf Naturkatastrophen wie Tsunamis, Überschwemmungen, Erdbeben und ähnliche Desaster mit größerer Effektivität reagieren zu können.

Bei einer ganzen Reihe von Projekten hat die Kirche bereits mit dem katholischen Hilfswerk Catholic Relief Services zusammengearbeitet. Anfang des Jahres trug eine Spende der Kirche dazu bei, zehntausende Kenianer zu unterstützen, nachdem die Wahlen Unruhen im Lande ausgelöst hatten.

"Die Zusammenarbeit zwischen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und den Catholic Relief Services reicht schon über 20 Jahre zurück", teilte Ken Hackett, der Präsident des Hilfswerks, 2005 auf ReliefWeb mit, einer Internetseite für humanitäre Fragen. "Während der großen Hungersnot in Äthiopien Mitte der 80er-Jahre war die Kirche in ihrer Zusammenarbeit mit den Catholic Relief Services sowohl zuvorkommend als auch äußerst großzügig. Seitdem besteht eine Verbindung, die zu weiteren gemeinsamen Projekten in Russland, Fernost und anderen Regionen Afrikas und Osteuropas führte."

Für die Mormonen wird dieser Einsatz teils von der Not, teils von praktischen Erwägungen bestimmt. "Dahinter steckt einfach der Gedanke, dass es da Menschen gibt, die Not leiden", so Garry Flake, der Leiter der Katastrophenhilfe der Kirche, "und wenn es eine Organisation gibt, die zu uns passt, gehen wir auf sie zu."

Flake zufolge hat sich die Kirche derzeit mit der UMCOR, einem Hilfswerk der Methodisten, zusammengetan; man will gut 360 Tonnen Hilfsgüter nach Kenia befördern, darunter Hygienepäckchen, Nahrungsergänzungsmittel für Kinder, Baby-Päckchen und medizinische Notfallausrüstung. Diese Güter werden gebraucht, nachdem Tausende wegen politischer Unruhen obdachlos geworden sind und die klimatischen Bedingungen ein Übriges tun. Die Container sind unterwegs und sollen innerhalb der nächsten oder übernächsten Woche in Kenia eintreffen. Bei der Verteilung wird ein Missionarsehepaar im humanitären Dienst mit der UMCOR zusammenarbeiten.

"Wir haben uns für die UMCOR entschieden, weil sie in Kenia sehr gut organisiert ist", so Flake. "Die UMCOR ist weltweit in über 80 Ländern tätig und tritt vor allem da in Erscheinung, wo eine Katastrophe die Fähigkeit einer Gesellschaft, selbst damit fertig zu werden, übersteigt."

Neben Hilfsaktionen in aller Welt leisten die Mormonen aber auch oft Nachbarschaftshilfe, wenn in der unmittelbaren Umgebung etwas Sorgen bereitet. Als beispielsweise die Erdnussbuttervorräte der Sozialstation in Houston/Texas zur Neige gingen, bat der Rat für überkonfessionelle Fragen die ortsansässige Konservenfabrik der Mormonen, den Bestand aufzufüllen. Sylvia Campbell von der Presbyterianergemeinde in Woodlands stellte Mitglieder ihrer Gemeinde als ehrenamtliche Helfer ab.

"Wir müssen einfach zusammenarbeiten, denn es gibt so viele Probleme", erklärte Campbell. "Wenn religiöse Gruppen zusammenarbeiten, lernen sie einander besser kennen, und dann schwinden die Barrieren. Die Zusammenarbeit steigert nicht nur die Fähigkeiten des Einzelnen, sondern auch die Gesamtwirkung."

Hinweis an Journalisten:Bitte verwenden Sie bei der Berichterstattung über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bei deren ersten Nennung den vollständigen Namen der Kirche. Weitere Informationen hierzu im Bereich Name der Kirche.