Danzig begrüßt zum ersten Mal einen Apostel

Elder Uchtdorf machte bei einer elftägigen Reise auch in London, Frankfurt, Moskau und Kaliningrad halt

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Wo immer die Apostel der Kirche Jesu Christi hinreisen, sind sie bestrebt, so zu dienen, wie Jesus Christus es vorgelebt hat – "einem nach dem anderen". Bei einer Glaubensgemeinschaft mit 16 Millionen Mitgliedern und nur 15 Aposteln ist das eine gewaltige Herausforderung.

Bereits die Apostel in alter Zeit erhielten von Jesus Christus den Auftrag: "Macht alle Völker zu meinen Jüngern." (Matthäus 28:19.) Und auch die Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage reisen um die Welt und stärken die Mitglieder der Kirche, gründen neue Gemeinden und regeln andere Angelegenheiten der Kirche.

Elder Dieter F. Uchtdorf vom Kollegium der Zwölf Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage hatte die einzigartige Gelegenheit, sich diesem Auftrag im September elf Tage lang zu widmen. Auf seiner Reise kam er mit Mitgliedern in Polen, Russland, Deutschland und Großbritannien zusammen.

 

"Wenn wir unsere Botschaft weitergeben, kommt es nicht so sehr darauf an, ob viele sie hören oder wenige, weil es uns um den Einzelnen geht", so Elder Uchtdorf. "Mir gefällt die russische Übersetzung für 'ministering'. Das Wort bedeutet dort 'sorgsam dienen'. Ich hoffe, im Polnischen ist das genauso", fügte er hinzu.

In der polnischen Hafenstadt Danzig leben nur 50 Heilige der Letzten Tage. Die Kirche gibt es dort bereits seit 1900. Doch erst am 17. September 2018 besuchte ein Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel die an der Ostsee gelegene Stadt mit ihren über 450.000 Einwohnern.

"Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg ist wieder ein Apostel an diesen Orten, die mir sehr am Herzen liegen. Ich wurde in diesem Teil Europas geboren. Ich war zweimal ein Flüchtling", erinnert sich Elder Uchtdorf.

Zola Radel, ein Mitglied der Kirche, das in Danzig wohnt, hat die Andacht mit Elder Uchtdorf besucht. "Ich freue mich sehr, dass der Herr seinen Apostel mit einer enorm wichtigen Botschaft hergeschickt hat, dass ich meine Familie und gute Freunde daran teilhaben lassen kann und dass ich einen lebenden Apostel sehen kann."

In Danzig hatten Missionare bereits ab dem Jahr 1900 das Evangelium gepredigt. Bis 1930 war die Mitgliederzahl auf 200 angestiegen. Doch der Zweite Weltkrieg hatte verheerende Auswirkungen. Artilleriebeschuss und Bombenangriffe zerstörten die Häuser und Wohnungen vieler Mitglieder, und einige Heilige der Letzten Tage verhungerten. Man nimmt an, dass bis 1946 alle Mitglieder des Zweiges Danzig die Stadt verlassen hatten und der Zweig stillgelegt wurde.

Der Zweig Danzig, wie wir ihn heute kennen, wurde im Jahr 2000 gegründet.

In der Oblast Kaliningrad, einer zwischen Polen und Litauen gelegenen russischen Exklave mit 941.000 Einwohnern, gibt es etwa 200 Heilige der Letzten Tage. Am 16. September kam Elder Uchtdorf dort mit Mitgliedern zusammen.

"Die Mitglieder sind großartig", so Elder Uchtdorf. "Ich bin tief beeindruckt von dem Geist, den sie ausstrahlen, von ihrer Güte und ihrer Liebe zum Herrn und zu ihren Mitmenschen. Hier gibt es viel Grund zur Hoffnung."

"Ich bin sehr froh, dass ich beschlossen habe, herzukommen", berichtet Natalia Tschernowa, die extra eine Reise abgesagt hat, als sie erfuhr, dass Elder Uchtdorf ihren Zweig besucht. Bei der Andacht habe eine "helle, freundliche Stimmung" den ganzen Raum erfüllt, sagt sie. "Jeder der Anwesenden war tief berührt."

1899 predigten die ersten Missionare der Kirche Jesu Christi im damaligen Königsberg. 1939 gab es dort 465 Mitglieder. Doch wie in Danzig versetzte der Zweite Weltkrieg auch dem Gemeindeleben in Königsberg einen schweren Schlag.

1944 beschlagnahmte die NSDAP die Versammlungsräume der Kirche. Bis 1946 hatten bis auf jene, die bleiben und die Stadt verteidigen mussten, alle Mitglieder von fünf der sechs Zweige im Distrikt Königsberg das Gebiet verlassen. Historikern zufolge überlebten 57 Mitglieder des Distrikts Königsberg den Zweiten Weltkrieg nicht.

Der Zweig Kaliningrad wurde 1995 gegründet.

Elder Uchtdorf sprach vor den dort Versammelten darüber, wie sehr die Menschen in der Region "während des schrecklichen Krieges, den Deutschland [unter den Nationalsozialisten] anzettelte", gelitten haben. Er sagte weiter, dass es spannend sei, "als Apostel des Herrn, insbesondere als Deutscher, das wunderbare Wachstum der Kirche seit damals mitzuerleben und zu sehen, wie das Evangelium Jesu Christi Menschen vereint und jeder Nation, die das Evangelium einlässt, Frieden schenkt".

Elder Uchtdorf machte zudem vom 7. bis 14. September in London (wo es 8.184 Mitglieder gibt), Frankfurt (4.244 Mitglieder) und Moskau (3.554 Mitglieder) halt.

Hinweis an Journalisten:Bitte verwenden Sie bei der Berichterstattung über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bei deren ersten Nennung den vollständigen Namen der Kirche. Weitere Informationen hierzu im Bereich Name der Kirche.