Pressemitteilung

Dresdner Extremismusforscher rät zur Vermeidung des Sektenbegriffs

Die verallgemeinernde, abfällige Bezeichnung kleinerer Religionsgemeinschaften als „Sekte“ ist mit der im Grundgesetz garantierten Religionsfreiheit unvereinbar, erklärte Prof. Dr. Uwe Backes bei einer Veranstaltung des KARL G. MAESER FORUMs (KMF) in Berlin. Der Extremismusforscher ist Professor an der Technischen Universität Dresden und stellvertretender Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung.

Der Sektenbegriff werde theologisch, politisch, gesellschaftlich und philosophisch gedeutet, trage aber in jedem Fall eine negative Konnotation. Als wertfreie Alternativen könnten beispielsweise die Bezeichnungen „minoritäre Religionsgemeinschaft“, „Denomination“, „religiöse Sondergruppe“, „Neureligion“ oder „minoritäre Kultusgemeinschaft“ dienen. Eine Religionsgemeinschaft, deren Werte sich von denen der Mehrheit unterschieden, sei nicht unbedingt als extremistisch oder bedrohlich einzustufen. Gleichzeitig würden Gruppierungen, die sich gegen die grundlegenden Werte und Verfahrungsregeln demokratischer Verfassungsstaaten richten, nicht dadurch demokratisch, dass sie einen religiösen Charakter besäßen.

Im KMF begegnen sich Menschen, die sich mit gesellschaftlichen Fragen beschäftigen und neue Perspektiven erkunden. Der Leitgedanke kommt in den Begriffen "Dialog - Bildung - Kultur" zum Ausdruck, die den Namenszug des Forums ergänzen. Namengeber des Forums ist Karl G. Maeser, der 1828 in Meissen geboren wurde und 1856 in die Vereinigten Staaten auswanderte. In Utah legte er den Grundstein für eine der größten Privatuniversitäten, der Brigham Young University.
 

Zusätzliche Quellen

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