Pressemitteilung

Podiumsgespräch in Esslingen: Religionsfreiheit Voraussetzung für friedliches Miteinander

Religionsfreiheit ist eine Voraussetzung für das Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft. Darüber waren sich der Religionsfreiheitsbeauftragte der Bundesregierung Markus Grübel, der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Dr. Michael Blume und andere geladene Experten bei einem Podiumsgespräch am Mittwoch, den 27. März 2019, in Esslingen einig. Eingeladen hatte die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

 

"Religionsfreiheit ist ein fundamentales Menschenrecht und gewinnt weltweit an Bedeutung", sagte Grübel in einem einführenden Referat vor 160 Interessierten im Esslinger Gemeindehaus der Kirche Jesu Christi. Das Potential von Religion müsse erkannt und ausgeschöpft werden. Das Bundeskabinett hatte den Bundestagsabgeordneten im April 2018 zum Bundesbeauftragten für weltweite Religionsfreiheit berufen.

"Religionsfreiheit zu verteidigen bedeutet nicht nur, ein Grundbedürfnis des Menschen zu verteidigen, sondern auch ein Ja zum Leben", gab Dr. Blume zu Bedenken. Der Religionswissenschaftler übt das Amt des Beauftragten gegen Antisemitismus zusätzlich zu seiner Funktion als Leiter des Referats "Nichtchristliche Religionen, Werte, Minderheiten, Projekte Nordirak" im Staatsministerium aus.

Die Religionspädagogin Gökçen Sara Tamer-Uzun setzt sich für den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht in Baden-Württemberg ein. Beim Podiumsgespräch mit dem Titel "Freiheit für, durch und von Religion" erläuterte sie, der Religionsunterricht trage entscheidend zur Integration bei. "Wir gehören dazu. Wir sind Teil der Gesellschaft. Wir sind Deutsche, muslimische Deutsche", sagte Tamer-Uzun.

Die friedensstiftende Komponente der Religionsfreiheit nahm der Sozial- und Friedensethiker Dr. Johannes Frühbauer von der Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg in den Blick. Dabei müsse es religiösen Gemeinschaften möglich sein, religiös begründete Argumente in den öffentlichen Diskurs einzubringen, erklärte Dr. Frühbauer.

Dr. Thomas Schneider leitete über Jahre ehrenamtlich zehn Gemeinden der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage im Raum Stuttgart. Der Ingenieur und Blogger meinte, gewohnte Freiheiten wirkten oft selbstverständlich. Man müsse sich jedoch immer wieder neu für sie stark machen.

Die Bundesregierung setze sich verstärkt für Religionsfreiheit ein, betonte Grübel im Laufe der Diskussion. Der Abgeordnete ist selbst kirchlich engagiert und gehörte bis 2012 dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an.

Moderiert wurde die Veranstaltung vom Politikwissenschaftler Dr. Ralf Grünke.

Zusätzliche Quellen

Hinweis an Journalisten:Bitte verwenden Sie bei der Berichterstattung über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bei deren ersten Nennung den vollständigen Namen der Kirche. Weitere Informationen hierzu im Bereich Name der Kirche.