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Pressemitteilung

Wie kann Friede in der Welt erreicht werden? Wie werden wir mehr den Engeln gleich? Wie finden wir Freude? Die Weihnachtsandacht bietet Antworten auf diese Fragen

Anlässlich der Weihnachtsandacht der Ersten Präsidentschaft sprachen Führer der Kirche verschiedene Facetten des Themas Christus an

Was ist der Schlüssel zum Weltfrieden? Persönliche Rechtschaffenheit, die in Jesus Christus, dem Fürsten des Friedens, fest verankert ist. Wie können wir uns engelsgleicher verhalten? Diejenigen besuchen, die abseits stehen, und ihnen die frohe Botschaft von Jesus Christus überbringen. Was können wir tun, um Freude zu empfinden? Ballast ablegen, dienen und zur Ruhe kommen. Was ist das perfekte Geschenk, das wir das ganze Jahr über schenken können? Ein Leben, das sich am Beispiel Jesu Christi orientiert.

Solcherart waren die Botschaften, die am Sonntag von vier führenden Vertretern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage anlässlich der alljährlichen Weihnachtsandacht der Ersten Präsidentschaft im Konferenzzentrum in Salt Lake City zu hören waren. Dem Weihnachtsfest begegnen bekanntlich viele mit gemischten Gefühlen - für die einen ist es eine Zeit voller Wärme und Freude, bei anderen wiederum lässt es alte oder neue Schmerzen wieder aufleben. Die Botschaften der Führer der Kirche richteten sich an Zuhörer in vielen Lebensumständen.

 

Präsident Dallin H. Oaks, einer der Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, erinnerte die Mitglieder in aller Welt daran, dass Jesus in den heiligen Schriften auch als "Fürst des Friedens" (Jesaja 9:5) bezeichnet wird und seine Lehren "Evangelium des Friedens" (Epheser 6:15) genannt werden. Der 87-Jährige äußerte sich auch dazu, welcher Schritt schlicht und einfach notwendig ist, damit die Anwesenden zu diesem Frieden gelangen können.

"Der Erlöser und seine Apostel hatten nur ein einziges Rezept, wie der Weltfriede erlangt werden kann: persönliche Rechtschaffenheit", stellte Präsident Oaks, früher Richter am obersten Gerichtshof des Bundesstaates Utah, fest. "Sie wandten sich nicht gegen die Herrschaft Roms oder das Regime seiner Tyrannen vor Ort. Sie predigten persönliche Rechtschaffenheit und lehrten, dass die Kinder Gottes ihre Feinde lieben (siehe Matthäus 5:44) und 'mit allen Menschen Frieden' (Römer 12:18) halten sollten. Kriege und Konflikte sind das Ergebnis von Schlechtigkeit; Friede wird durch Rechtschaffenheit bewirkt. Die Segnungen des Evangeliums sind allumfassend, ebenso wie die Formel für den Frieden: Haltet die Gebote Gottes. … Es kann keinen Frieden unter den Nationen geben, wenn die Menschen, die ihnen angehören, nicht umfassende Rechtschaffenheit erreichen."

         

Elder Ulisses Soares aus Brasilien ist nun schon mehr als ein Jahr lang Apostel. Er berichtete über den ersten schwierigen Winter, den seine Familie 2003 in Utah verbrachte und bei dem er das für Christus so charakteristische Dienen am eigenen Leib erfahren hatte. In jenem Winter rutschte Elder Soares auf dem eisigen Boden aus und brach sich das Handgelenk. Er musste sich einer Operation unterziehen und monatelang einen Gipsverband tragen. Seine Frau bekam beidseitig eine Ohrenentzündung und konnte zwei Monate lang kaum etwas hören. Der 16-jährige Sohn (das Ehepaar hat drei Kinder) verletzte sich beim Schlittenfahren am Rücken. Diese Familie - an ein Leben unter Palmen und am Sandstrand gewöhnt - befand sich nach dem heftigen Schneefall fürwahr in einer misslichen Lage.

Glücklicherweise sprang ein Nachbar beim Schneeräumen ein und ein anderer brachte ihn mit dem Wagen zur Arbeit, da er ja wegen seines Gipsarms nicht selber fahren konnte. Er verglich diese "engelsgleichen Männer" mit den Engeln, die den einsamen Hirten in Judäa erschienen waren, um die Geburt Jesu Christi zu verkünden.

"Weihnachten steht vor der Tür, und ich frage mich, ob wir vielleicht mehr wie die Engelsschar werden und neuzeitliche Hirten aufsuchen können, um ihnen die gute Nachricht von Christus, Frieden und Trost zu bringen", merkte Elder Soares an. "Vielleicht können wir auch mehr wie die Hirten werden und dem Aufruf folgen, die neuzeitlichen Josefs und Marias in unserer Nachbarschaft und unserem Umfeld zu besuchen und ihnen Gutes zu tun. So könnten wir ihnen die Gewissheit geben, dass Gott sie liebt, auf sie achtgibt und für sie sorgt." Dann "dauert die Weihnachtszeit nicht nur ein paar Tage, sondern Herz und Sinn werden davon durchdrungen. Die zu Weihnachten empfundene Freude und Liebe wird uns immer nah sein", stellte Elder Soares fest.

    

Elder Patrick Kearon von der Präsidentschaft der Siebziger, der sich an Heiligabend 1987 als Erwachsener der Kirche anschloss, legte allen, die durch die Geschäftigkeit und den Stress der Weihnachtszeit belastet sind, ans Herz, die Dinge einfach zu halten und sich dem Dienst am Nächsten zu widmen.

"Lassen Sie uns … mehr von dem tun, was wichtig ist, und viel weniger von dem, was unwichtig ist“, schlug der gebürtige Engländer vor. "Versuchen wir, das zu tun, was auch Jesus von Nazaret getan hat: die Traurigen aufrichten, diejenigen heilen, die ein gebrochenes Herz haben, die Gefangenen besuchen, die Hungrigen speisen, die Nackten kleiden und denen eine Stimme geben, die keine Stimme haben, die abseits stehen, die vergessen oder verachtet werden."

Und wer dieses Jahr zu Weihnachten gerade große Schwierigkeiten durchzustehen hat, dem legte Elder Kearon ans Herz, zur Ruhe zu kommen und zu beten, denn dadurch lässt sich dauerhafte Freude erlangen.

"Glauben Sie daran, dass diese Weihnachtszeit ein besonderes Geschenk für Sie bereithält. Schaffen Sie sich ruhige, stille Momente, in denen Sie nachdenken, beten und die liebevolle Güte des Einen spüren können, dessen Geburt Freude im Leben eines jeden Menschen ermöglicht. … Nehmen Sie sich Zeit für Stille, zum Durchatmen und zum Staunen. Schauen Sie gen Himmel. Richten Sie Ihren Blick auf das große Geschenk des Herrn – das Wissen, wer Sie wirklich sind, die Gewissheit, dass Prüfungen vorübergehen und dass die Freude hier erst der Anfang der bevorstehenden Freude ist."

      

Der Friede, von dem Präsident Oaks spricht, das Dienen, auf das Elder Soares eingeht, der Stressabbau und die weihnachtliche Ruhe, zu denen Elder Kearon aufruft - all das bezeichnet Schwester Joy D. Jones zusammenfassend "das perfekte Geschenk", nämlich Jesus Christus.

In ihrer achtminütigen Ansprache zu Beginn der Andacht schilderte die Leiterin der weltweiten Organisation für Kinder die Vollkommenheit des Geschenks Christi am Beispiel ihrer Eltern, die, als sie jung war, zu den Weihnachtsfeiertagen unermüdlich für sie, ihre Geschwister und andere Menschen da gewesen waren.

"In meinem Leben waren meine Eltern für mich wie ein Geschenk, das nicht aufhört zu schenken." Auf weitaus umfassendere und ewig bedeutsame Weise ist Schwester Jones zufolge Jesus Christus jenes "Geschenk, das nicht aufhört zu schenken. Mögen wir alle diese Wahrheit in unserem Herzen bewahren, in dieser Weihnachtszeit und für immer."

Der Tabernakelchor am Tempelplatz sang am Sonntagabend fünf beliebte Weihnachtslieder: "Herbei, o ihr Gläubigen!", "For Unto Us a Child Is Born", "Christmas Bells Are Ringing", "Im Stroh in der Krippe" und "Stille Nacht".

Hinweis an Journalisten:Bitte verwenden Sie bei der Berichterstattung über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bei deren ersten Nennung den vollständigen Namen der Kirche. Weitere Informationen hierzu im Bereich Name der Kirche.